Über diesen Blog

Wenn ich als Pfarrerin Menschen davon erzähle, wo ich arbeite und was ich da so mache, ruft das weniger Unverständnis hervor, als man denken könnte. Im Gegenteil: Leute fragen nach, sind interessiert, sagen ihre eigene Meinung und erzählen von ihrer Haltung.

Sinn und Geschmack für’s Unendliche – das ist das Wesen der Religion, sagte ein berühmter Theologe des vorletzten Jahrhunderts. Ich finde, das stimmt noch immer. Nur müsste man mal öfter wieder über Sinn und Geschmack reden in der Kirche. Über den Sinn von Gottesdiensten, in denen nur zwei Bankreihen belegt sind. Über fehlenden Geschmack bei der Einrichtung des Gemeindehauses. Aber auch über den Sinn von Gesprächen zwischen Tür und Angel, in denen der Sinn des Lebens auf den Tisch kommt. Auch über den Geschmack der Luft, wenn man auf dem Friedhof steht und den Menschen Trost spenden will, die gerade ihren Freund verloren haben. Über den Geschmack von Eierlikör, den man  bei einer 95-jährigen Dame trinkt, die in ihrem Leben mehr Glück als Verstand hatte.

Wenn ich Leuten davon erzähle, was ich so machen, dann denk ich mir manchmal: Hey, wie wär das cool, wenn ich ein Bild dazu hätte? Und wenn ich noch ein paar mehr Leute erreichen könnte, die sich vielleicht ins Internet verirren? Und wenn ich meine Predigten manchmal online stellen könnte? Dazu dieser Blog.

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